F.E.W.- das Wenige was es zum Erwachen braucht

In den letzten Wochen habe ich etliche neue Texte angefangen und dann wieder verworfen. Jeder einzelne ging einfach nicht in eine Richtung, die sich richtig anfühlte. Jeder einzelne wäre aber sicherlich gut angekommen- nur geht es darum nicht. Es darf nicht darum gehen, was gut ankommt. Es muss darum gehen, was sich authentisch anfühlt. Immer.

 

Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich bis ans Ende meiner Tage bärbeißig rumfrotzeln und spirituelle Strafzettel verteilen könnte- und es dafür ein Publikum gäbe. Und vielleicht komme ich auch mal wieder in die entsprechende Stimmung. Vielleicht ist irgendwann mal wieder ein authentischer Impuls in diese Richtung vorhanden. Aber jetzt muss ich was anderes machen. Und zwar schleunigst, bevor da ne Rolle draus wird.

 

Die ganzen unvollendeten Entwürfe waren aber trotzdem für was gut. In der Zeit der ganzen 'Fehlzündungen' ist mir nämlich klar geworden, dass das übergeordnete Thema, das, was ich in all den Entwürfen anprangere, ein Mangel an Aufrichtigkeit, an Wahrhaftigkeit- an Authentizität- ist. Dieser Mangel hat unendlich viele Gesichter- unendlich viele Spielarten und Variationen. Das ist ja auch überhaupt kein Wunder in der von Maya regierten Welt der Illusion. 'Hier' besteht alles aus Unwahrheit, aus Lüge, Täuschung und Versteckspiel. Und das übt einen Sog, eine Faszination aus, der auch ich mich offenbar nicht vollständig entziehen kann. Daher völlig naheliegend, dass ich natürlich bis in alle Ewigkeit jede einzelne Version von Täuschung beschreiben und verurteilen könnte. Es bringt aber einfach nix- und es fängt mich selber ein und ich muss weiter.

 

Da steht ich nun- mal wieder zwischen allen Stühlen. Vom Gipfel des Absoluten aus mag ich keine blumigen Postkarten schreiben- weil bringt nix. Und knietief in der Relativ-Scheiße mich suhlen und darüber bissig kommentieren wie stinkig das alles ist, mag ich gerade auch nicht mehr- weil bringt auch nix.

 

Also hab ich die Karten neu gemischt und schreibe heute mal über die wenigen- aber meines Erachtens notwendigen Zutaten, die mensch zum Erwachen braucht. Wie immer klammere ich dabei spontanes Erwachen aus, denn das lässt sich ja bekanntlich nicht absichtsvoll realisieren.

 

 

 

Was also braucht es, um zu Erwachen? Ich bin auf die einigermaßen griffige F.E.W.-Formel gekommen. Die Abkürzung F.E.W. (engl. few = wenig/wenige) steht für die drei Worte:

 

 

 

  • Flexibilität

  • Entschlossenheit

  • Wahrhaftigkeit

 

 

 

Was das im Einzelnen bedeutet, beschreibe ich im Folgenden:

 

 

 

Flexibilität: Diese Zutat ist sozusagen das Gegengift zu Dogmatismus, starrem Festhalten an Prinzipien u.ä. Erwachen ist auf ne Art ja die Suche nach der einen Wahrheit. Jemand der sehr starr in seinem Denken ist, wird kaum gewillt und in der Lage sein, seine heißgeliebten Prinzipien und Glaubenssätze über Bord zu werfen- oder sie überhaupt nur in Frage zu stellen. Innenschau kann enorm erschwert werden, wenn Denken sich die ganze Zeit in den Weg stellt- und das passiert umso hartnäckiger, umso fester der Glaube ans Denken, respektive die Gedanken, ist. Also eine grundlegende Bereitschaft, alles, wirklich alles in Frage zu stellen und gegebenenfalls übern Haufen zu werfen, ist zwingend erforderlich.

 

Es geht aber um noch mehr, als diese grundlegende Bereitschaft. Mit Flexibilität meine ich auch die Bereitschaft, Methoden, Techniken, Lehrer und Lehren flexibel anzuwenden- und auch wieder zu verwerfen. Ich habe dazu das Bild von einem Werkzeugkoffer. Um einen Nagel in die Wand zu hauen ist ein Hammer prima. Wenn aber der Nagel sitzt und es als nächstes darum geht, eine Schraube zu lösen, ist der Hammer einfach nicht das geeignete Mittel. Manche Suchenden sind nahezu fanatisch ihrer Tradition verpflichtet. Und vielen Traditionen ist gemein, dass sie nur den Hammer- oder nur den Schraubenschlüssel oder nur Schleifpapier propagieren und alles andere abtun. Für Buddha war anscheinend 40 Tage unter einem Baum sitzen das Mittel der Wahl- aber das muss daher ja nicht für Dich- oder mich- zutreffen. Also bitte, mach Dir klar, dass Du und nur du allein Experte für Dich selbst und somit die einzig echte Autorität bist. Sei offen, sei flexibel- probier Sachen aus- und erlaube Dir auch, wenn Du sie gekostet hast, sie zu verwerfen. Mach dabei auch nicht den Fehler, sie zu verbannen. Vielleicht kommt noch eine Zeit, wo Du sie doch gut gebrauchen kannst. Ich bin z.B. kein großer Freund der Chakren-Lehre. Fand ich schon immer relativ albern. Trotzdem gab es eine Zeit, in der mir das auf einmal doch ganz gut weiter geholfen hat. Damals ging es bei mir um die Auflösung alter Traumata und die Chakren halfen mir als eine Art 'psycho-emotio-somatische' Landkarte. Genau dafür, genau dann, war das nützlich und anwendbar- auch ganz ohne Glaube an Astralkörper und Gedöns. Und der kam auch nicht auf einmal, bloß weil ich mal ein Weilchen mit Chakren herum experimentiert habe. Nimm Dir also die Freiheit und gib Dir die Erlaubnis spielerisch Dinge auszutesten- und sie genauso spielerisch auch wieder bei Seite zu legen. Oder wie Bruce Lee so schön sagte: Be water, my friend!

 

 

 

 

 

Entschlossenheit: In meinem Dunstkreis mäandern ein paar Menschen herum, die ganz klar überhaupt nicht entschlossen sind. Manchmal kommen sie näher heran, auf mich zu, haben vielleicht ne Frage oder so- und dann ist wieder eine Weile Funkstille. Ich habe den Verdacht, es ist vor allem Angst. Quasi eine Angst die Geister zu rufen, weil irgendwo schon die Ahnung besteht, dass das ganz schön krass werden könnte. Die andere Seite der Medaille ist aber auch Bequemlichkeit. So richtig sitzen diese Menschen nicht auf heißen Kohlen. Das Leid scheint noch erträglich und vor allem auch ein bekanntes Übel zu sein. Der Druck im Kessel ist (noch?) nicht hoch genug, um raus zu wollen, ein für allemal. Über diesen Entschluss, den ersten Schritt, habe ich auf dieser Seite schon öfter was geschrieben. Und auch, dass man das nicht irgendwie absichtlich herbeiführen kann. Die beiden anderen Zutaten kann mensch zwar auch nicht wirklich absichtsvoll herbeiführen- an die kann mensch sich aber heran tasten, immer wieder erinnern- sowas. Den ersten Schritt, den ursächlichen Entschluss hingegen kann man sich höchsten wünschen, erbeten. Überdies hinaus kannst Du natürlich mal darüber eingehend nachspüren, ob Du überhaupt den initialen Entschluss wirklich schon gefasst hast. Wenn da ein Nein kommt- bzw. wenn da irgendwas anderes als ein klar&deutlich zu vernehmendes 'JA' kommt- dann blas die Suche erst mal ab. Ja, wirklich. Wenn Dein Entschluss nicht völlig klar ist- wenn Du nicht bereit bist, alles auf eine Karte zu setzen und zu verlieren- dann lass das Suchen sein. Dann leg Dich in die Sonne, geh Golf spielen oder guck Fussball oder was Du sonst an Hobbies hast und vertrödel Deine Zeit nicht mit Pseudo-Gesuche. Alternativ kannst Du Dir natürlich auch eingestehen, dass Du zu Deinem Zen-Dojo gehst, weil das schicker ist, als ein normaler Trachtenverein. Aber tu dann bitte nicht so, als wärst Du auf dem Weg Richtung Erwachen.

 

Wenn Dein initialer Entschluss vollzogen ist und Du unterwegs Muffensausen kriegst: Sei Dir versichert, dass ist völlig normal. So gut wie jeder ernsthaft Suchende kommt an den Punkt, wo er sich selbst dafür am liebsten in den Arsch beißen würde, was er da eigentlich angefangen hat. Angst vor der eigenen Chuzpe ist das. Und ein Zeichen dafür, dass es gerade richtig anfängt im Karton zu rappeln. Mensch spürt das Größenwahnsinnige und auch Hoffnungslose an dem Unterfangen, die eigene Machtlosigkeit im Angesicht der Aufgabe und die Idiotie, sich überhaupt so eine Aufgabe als lösbar vorgestellt zu haben.

 

In so einem Moment ist es gut, sich darauf zu besinnen, wie das war im Moment, als der Entschluss fiel. Wie sich das angefühlt hat, als völlig klar war: So geht es nicht weiter, ich kann und will so nicht leben- alles muss anders werden und wenn ich daran krepiere. Das geht aber natürlich nur, wenn der Entschluss wirklich gefallen ist- sonst kann man sich ja darauf nicht zurück besinnen. Ich erinnere mich noch sehr, sehr gut an diesen Moment. Zwar hatte ich in dem Moment absolut keine Ahnung, was ich damit eigentlich sagen wollte- und noch viel weniger Ahnung, wohin mich dieser Entschluss mal führen würde. Aber ich weiß noch ganz genau, wie sich das anfühlte, damals. Und ich weiß, dass ich da nie wieder hin will- zu dem Leben, was davor war. Lieber hacke ich mir selber alle zehn Finger und Fußzehen ab. Ich hatte einfach alles vollständig satt- inklusive mir, meinem Leben, meinen Dramen usw. Lieber wäre ich gestorben, als so weiter zu machen. Alles, alles, alles wollte ich loswerden. So in etwa fühlt sich dieser Entschluss an. Wie 'All-in' beim Pokern, vielleicht. Und ich kenne viele Menschen, bei denen es ähnlich war und ist...

 

 

 

Wahrhaftigkeit: Das ist eigentlich der Nährboden, das Kernstück, bei der Suche nach Wahrheit. Ich verwende diesen Begriff absichtlich und in Abgrenzung zu

 

  • Wahrheit, der einen, im absoluten Sinne

  • Ehrlichkeit, der vielen im relativen, direkten 'Ich sag Dir mal meine ehrliche Meinung'-Sinne

 

Synonym könnte ich auch von Aufrichtigkeit oder Authentizität sprechen, aber Wahrhaftigkeit hat für mich noch eine weiche, offene- eine irgendwie reine Note und das ist für das was ich meine wichtig. Nehmen wir mal ein möglichst simples Beispiel um das zu erörtern.

 

Susi liebt ihre Puppe und bringt sie zu Paulchen zum spielen mit. Die drei spielen Indianerfamilie und dafür hat Paulchens Mama ein kleines Tipi im Garten aufgebaut. Alles ist friedlich, bis irgendwann Peter dazukommt, Paulchens Freund. Paulchen ist es peinlich, dass Peter ihn mit Susis Puppe im Arm sieht und wirft sie zu Peter rüber. Susi ärgert sich und will die Puppe wieder haben aber Paulchen und Peter werfen sie immer weiter zwischen sich hin und her, hoch über Susis Kopf und die bekommt die Puppe einfach nicht zu fassen. Wütend schreit sie die schlimmsten Schimpfwörter die ihr einfallen, die Jungen lachen bloß. Vor Ohnmacht beginnt sie zu weinen und rennt nach Hause.

 

 

 

  • Die absolute Wahrheit über diese Szene ist: Sie ist. Niemand hat irgendwas gemacht und es gibt kein Problem.

  • Die relative, 'ehrliche Meinung' von Susi über die Jungs ist: Arschkrampen, Vollpfosten, Scheiß-Jungs- die der Jungs über Susi ist: Heulsuse, Zimperliese, blöde Kuh

  • In Susi ist wahrhaft los: Paulchen, es macht mich so traurig und enttäuscht mich, dass Du um Peter zu imponieren mich und unser Spiel lächerlich gemacht hast- ich fühle mich verraten von Dir und die Situation, in die ich geraten bin, beschämt mich.                                                               Das wahrhaftige Herz von Paulchen spricht: Ach liebe Susi, es war nicht als Angriff gegen Dich gemeint- ich weiß, es war schäbig von mir, dass ich Dir so in den Rücken falle- aber ich hatte Angst, dass Peter mich für ein Weichei hält- ich hatte Angst, er würde mich dann nicht mehr lieb haben.                                                                                                                                                    Und würde Peter sich wahrhaftig äußern wäre es in etwa: Ich wusste nichts von all dem. Und ich spiele selbst manchmal mit Puppen. Ich hatte aber Angst, dass Paulchen mich nicht mehr mag, wenn er davon was mitbekommt- da hab ich einfach mitgemacht- damit Paulchen und ich uns stark fühlen können.

 

 

 

Mit Wahrhaftigkeit meine ich also die Herzebene des Menschen. Den weichen, offenen, verletzlichen Punkt. Da wo die Angst sitzt, da wo der innige Wunsch geliebt und nicht verletzt zu werden sitzt. Der Ort, der bei jeder Art von Aggression der heilige, schützenswerte Gral ist, um den es eigentlich geht. Den Punkt zu spüren und anzuerkennen, erst mal für sich selbst und bestenfalls im weiteren Verlauf auch in Bezug auf die sogenannten 'anderen'- das ist Gold wert. Und darum sollte es auch ganz unabhängig vom Erwachen im Leben eines Menschen gehen. Den Punkt immer deutlicher zu spüren, im Einklang damit zu sein und zu handeln. Das ist erst mal Menschwerdung- aber auch fürs Erwachen von enormem Vorteil. Mit dieser Haltung der Wahrhaftigkeit gelingt es z.B. deutlich besser, flexibel zu sein. Mensch merkt dann überhaupt erst, wo er sich in die Tasche lügt und wie es sich anfühlt, wenn er das unterlässt. Du verbiegst Dich dann auch nicht mehr so leicht, nur um z.B. Meisterschüler eines hochrangigen Mega-Gurus zu werden- weil es darum schlicht&ergreifend nicht geht- nicht gehen sollte. Oder so wie ich: Ich schreibe, obwohl ich mir sicher bin, dass es ein Publikum für mein Gebashe gibt jetzt erstmal so nicht weiter- weil es sich nicht (mehr) richtig anfühlt. Es geht ja bei Spiritualität auch und vor allem darum, sich selbst zu erkennen. Und ich bin nicht nur nichts- ich bin auch alles und alles dazwischen- das heißt auch ein Mensch. Und diesem Menschlein, mit seinen Stärken und Schwächen und Vorlieben und Abneigungen muss ich auch gerecht werden. Dieses Menschlein hier drüben ist ein Vehikel. Oft heißt seitens der Erwachten, es sei ja nur ein Vehikel- und damit völlig vernachlässigbar.

Das sehe ich etwas differenzierter. Ich war auch zu Zeiten, als ich ein Auto besaß nicht eine, die jeden Samstag damit in die Waschanlage fuhr und 15 Extra-Inspektionen im Jahr gemacht hat. Aber das Nötigste hab ich dafür getan, dass das Vehikel namens Auto halbwegs in Schuss war. Für das Vehikel namens Mensch gilt das Gleiche. Diesem Vehikel ein wenig Achtung gewähren und auch für einen gewissen Zeitraum, nämlich die Lebensdauer über eine gewisse Treue erweisen, halte ich für sinnvoll. Und dabei natürlich Maß halten- die Dosis macht das Gift. Rumätzen ist für mein Vehikel zu einem gewissen Grad unterhaltsam, kreativ und schafft Raum. Ab einem gewissen Punkt wird es aber eng, krampfig und macht hohen Blutdruck. Und nachdem ich die Wahrheit im absoluten Sinne erkannt habe und mehrheitlich ein Gefühl von Weite und Stille habe, ist der enge, spitz-krampfige identifizierte Gegensatz-Zustand im Vergleich deutlich schwerer zu ertragen, als früher, wo das quasi der Normalzustand war. Vielleicht ist es ein bisschen so wie mit vielen Ex-Rauchern, die extrem abwehrend auf Zigarettenrauch reagieren. Als Ex-Schläfer reagiere ich zumindest momentan extrem empfindlich auf Anzeichen von Schläfrigkeit, bleierner Müdigkeit...

 

Wahrhaftigkeit ist also der Nährboden. Fürs Mensch-Sein, für gesunde menschliche Kontakte- und natürlich auch für die Wahrheits-Suche, fürs Erwachen. Ohne Wahrhaftigkeit kannst Du nur schwerlich den ersten Schritt machen, kannst nicht entschlossen weiter gehen, obwohl es schwer ist. Du kannst ja nicht einmal überprüfen, ob oder ob nicht der erste Schritt schon gemacht wurde, ohne Wahrhaftigkeit. Ohne Wahrhaftigkeit kannst Du nicht erkennen, ob Technik xy Dir (noch) taugt oder was anderes her muss- und Du kannst auch nicht erkennen, ob Du vielleicht ein Task-Switcher bist, der Techniken wechselt und damit eigentlich flüchtet- vor der Wahrheit.

 

Ohne Wahrhaftigkeit kann man nicht mal ein offenes versöhnliches oder auch nur klärendes Gespräch führen. Gespräche mit mangelnder Wahrhaftigkeit werden zu Hauf geführt und uns auch täglich medial um die Ohren gesemmelt. Es ist der Modus Operandi dieser Tage. Einmal heißt es 'wir schaffen das!' und gefühlt drei Sekunden später gibt’s einen komischen Kuhhandel mit der Türkei, damit dort die Drecksarbeit erledigt wird. Niemand hatte irgendwann mal vor eine Mauer zu bauen- und das Jubiläum ihres Verschwindens wurde trotzdem quasi vorgestern gefeiert. Menschen kriegen sich in die Haare, aber statt einfach mal mit der Faust auf den Tisch zu hauen, wird 'kalter Krieg' gespielt- Atmosphäre frostig, Lächeln sitzt dennoch tadellos. Wie gesagt, hier liegen 4 oder 5 begonnene Artikel herum, die allesamt menschliches Spiegelfechten auseinander nehmen und anprangern. Da könnte ich jetzt 100 Seiten lang weiter Beispiele bringen- aber ich denke, der Punkt ist klar.

 

Wer nur Spiegelfechten betreibt, wird zwangsläufig auch nur an der Oberfläche menschlichen Kontakts herum kratzen. Wenn Du geliebt werden willst, musst Du Dich zeigen. Nur wer sich zeigt, kann gesehen werden. Natürlich kann es passieren, dass Du aus der Deckung kommst, Dein Visier hochklappst- und auf Ablehnung stößt. Aber was ist besser? Bis in alle Ewigkeit mit Hoffnung unglücklich im Versteck sitzen oder einfach mal Gewissheit haben? Niemand wird Dich lieben können, solange Du Dich versteckst. Und das gilt auch und ganz im Besonderen für Dich selbst. Wer soll Dich je zu Gesicht bekommen, wenn Du die Konfrontation mit Dir selbst schon scheust wie der Teufel das Weihwasser? Wer soll Dich jemals lieben, für das was Du bist, ganz und gar, wenn Du selbst es nicht kannst? Und was soll das für ne Art von Liebe sein, bei der Du und der andere Euch oder Teile von Euch voreinander versteckt, Euch irgendein Schmierentheater vorspielt? Zwei Menschen, die sich verbiegen, von sich selbst entfernen und dadurch unglücklich und unvollständig sind, nur um auf Biegen und Brechen einander zu 'lieben'? What the fuck soll das bitteschön sein?!

 

 

 

Also, ganz gleich, ob Du erst mal mit Menschwerdung beschäftigt bist oder mitten im Erwachen steckst: Trau Dich. Nimm die Maske ab und schau genau hin. Und von da aus, mit dem was Du bist sei wahrhaftig- sei Dir treu. Für Dich und auch für andere.

 

 

 

 

 

Manchmal ziehen dickere Nebelschwaden auf und man ist zwar wahrhaftig, sieht aber dennoch nicht klar. Das Gefühl 'irgendwas stimmt nicht' kann dabei sehr klar sein- aber was genau nicht stimmt, bleibt im Verborgenen. Oder was nicht stimmt ist zwar klar- aber wie Du das ändern könntest liegt völlig im Dunkel...

In letzter Zeit gab es bei mir verstärkte Nachfrage für einmalige Sitzungen. Dabei geht es meistens darum, dass jemand zu mir kommt mit einem recht konkreten Problem, einer schwierigen Situation o.ä. und ich dabei helfe, den Nebel zu lichten und Dinge einzuordnen. Ich helfe also dabei klare Sicht zu bekommen. Die Nachfrage danach ist ein bisschen wie ein Geschenk an mich, weil ich so was eigentlich ursprünglich gar nicht vorgesehen hatte anzubieten. Ich mache ja vorrangig längerfristig angesetzte Arbeit als spiritueller Scout (siehe Bereich 'Scouting' auf meiner Website). Aufgrund der Nachfrage weise ich aber hiermit darauf hin, dass ich anscheinend inzwischen auch einmalige Sitzungen anbiete (Preise nach Selbsteinschätzung, meine Untergrenze liegt bei 20 € oder äquivalentem Tauschangebot). Das geht auch per Telefon, Skype oder Chat. Bei Interesse nutze einfach das unten stehende Kontaktformular. Kommentare und Feedback für den Artikel kannst Du gerne mit Hilfe der Kommentarfunktion loswerden.

:-)

 

 

 

 

 

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Kommentare: 6
  • #1

    christian (Sonntag, 21 August 2016 14:04)

    das hast du gut beschrieben ... gerne möchte ich aber noch die Neugier hinzufügen .... bei mir war es nicht das Leiden , sondern die Frage nach mehr ...Leben nach Mustern und Rollen hat mich gelangweilt , also bin auf die Suche , so wie du beschreibst ..mit Flexibilität habe ich vieles ausprobiert ... seit über 20 Jahren ..... aufrichtig lebe ich mein Püppi ... und diszipliniert habe ich gearbeitet .... und bin nun glücklich desillusionniert

  • #2

    Egobuster (Sonntag, 21 August 2016 22:11)

    Lieber Christian!

    Danke für Deine Anmerkungen!
    Ja, Du hast Recht- Neugier ist auch essentiell. Vielleicht sogar so grundlegend, dass man sie widerum als Basis für Flexibilität, Entschlusskraft und Wahrhaftigkeit sehen kann- bzw. überhaupt fürs Suchen allgemein. Wer kein Interesse hat, Neues zu erfahren, befindet sich im Stillstand.

    Ganz herzlichen Glückwunsch zur glücklichen Desillusioniertheit!
    Alles Liebe!
    Verena

  • #3

    christian (Freitag, 26 August 2016 20:52)

    danke ..... cheers ...hugs and love ...christian

  • #4

    Döndü (Donnerstag, 01 Dezember 2016 21:33)

    Ich fühle mich von deinen Worten und Aussagen direkt angesprochen und kann das sehr gut verstehen was du sagst. Klare Aussagen und Ansagen, die mir viel weiterhelfen.
    Danke erstmal dafür!
    Ich würde mich als flexibel und ernsthaft entschlossen einschätzen, aber das mit der Wahrhaftigkeit .. verstehe ich, glaub nicht so ganz oder schlimmer noch ich habe die Hosen geschissen voll davon, wahrhaftig zu sein.

    Ich meine, wie soll ich denn meine Wahrhaftigkeit z.B. an meinem Arbeitsplatz ausleben?
    80 % der Personen die ich treffe sind schrecklich gemein und dumm, meine Vorgesetzte geht gar nicht, ich muss mir das tagtäglich reinziehen und mit mir selbst ausmachen, denn dadurch dass ich selber Ego-Identifiziert bin, sind meine Gefühle natürlich auch dementsprechend eingefärbt - so dass ich dann wiederum denke, kehre erst mal vor deiner eigenen Tür ... ich stecke in diesem Kreislauf fest. Ich würde mich freuen, und ich glaube, dass viele andere auch davon Profitieren würden, wenn wir dieses Ding mit der Wahrhaftigkeit im Leben/Alltag genauer zuordnen oder ausagieren können. Vielen Dank und liebe Grüße, Döndü

  • #5

    Egobuster (Donnerstag, 01 Dezember 2016 22:00)

    Liebe Döndü!

    Danke für Deinen Kommentar!
    Oh ja, da sagste was, mit der Angst vor der Wahrhaftigkeit. Ich glaube das ist eine Art Grundübel- der 'gute', alte Selbstzweifel, mit dem uns meist schon in frühster Kindheit die Wahrhaftigkeit ausgetrieben wird. Gibt ja den schönen Spruch 'Kindermund tut Wahrheit kund.' Tragischerweise will die nur meistens keiner hören- schon gar nicht die sog. Erwachsenen...
    Dein Kommentar kommt übrigens genau zur rechten Zeit- mir zeigen sich meistens Blogthemen so durchs Leben, durch das was so gerade los ist, durch Synchronizitäten.
    Und in den letzten Tagen kristallisierte sich das Thema- Selbstzweifel vs. Wahrhaftigkeit und was damit noch alles zusammen hängt heraus. Jetzt noch Du...
    Ok, habe verstanden, Auftrag angenommen. Nächster Artikel geht dann genau um das Themenfeld.
    Alles Liebe Dir!
    Verena

  • #6

    Döndü (Mittwoch, 07 Dezember 2016 20:57)

    Hallo Verena,

    du hast es natürlich so was von erfasst und bor allem vervollständigt!
    Wenn ich nämlich bei der Wahrhaftigkeit anfange, ende ich beim Selbstzweifel oder dem Zweifel eben allgemein. Suuuper gut, Vielen Dank, bin sehr gespannt und ick freu mir :)
    liebe Grüße, Döndü